Wir schreiben den 07. August 2021, 05:00 Uhr. Ein Bus mit 46 Helfern macht sich auf dem Weg nach Laach (Mayschoß) ins Hochwassergebiet. Auf der Fahrt verhaltene Gespräche. Bei Einfahrt ins Tal wird erst das Ausmaß der Katastrophe sichtbar. Die Stimmung im Bus... erschütternde Stille. Wir fahren auf einer notdürftigen Buckelpiste zum Einsatzort. Die letzten paar Meter zu Fuß. Unser Werkzeug wird gefahren. Mittlerweile ist es 09:00 Uhr. Unser Auftrag: 2 Häuser komplett entkernen, sprich Ausräumen, Heizkörper abmontieren, Tapeten, Putz und Fliesen von den Wänden, Bodenbeläge und Estrich raus, Außenfassade inkl. Dämmung abreißen, Decken abbrechen und komplett offenlegen, Vordächer und Balkone bzw. Holzanbauten einreißen. Einfach alles raus und ab damit auf die Straße (das THW holt mit Radladern und großen Containern den Müll nach und nach ab). Nach kurzer Einweisung ging es an die Arbeit.

12:30 Uhr: kurze Pause. Es gab Bratwürste, Kaffee und Kuchen. Von der Versorgung her absolut top. Da musste keiner weder Durst noch Hunger leiden. Aber wir waren nicht zum Vergnügen hier, sondern zum Arbeiten. Deshalb ging es weiter bis letztendlich um 18:00 Uhr der Hammer viel. Wir hatten alles geschafft was es zu tun gab und darüber hinaus noch weitere Arbeiten erledigt. Jetzt hatten sich jeder ein Feierabendbier verdient. Dann Werkzeug aufladen, Wechselkleidung anziehen und ab nach Hause.

Ankunft in Helmstadt gegen 23:00 Uhr. Freundlicherweise hatten Helfer der Feuerwehr auf uns gewartet und uns noch Grillgut in die Pfanne gehauen. Müde und geschlagen, aber zufrieden und ein bisschen stolz nahm der Tag sein Ende. Es wird einige Zeit dauern diesen Tag zu verdauen, aber wie zitierte unsere Kontaktperson Michael eine alte Frau: "Ich könnte weinen, aber davon wird es nicht besser, darum lass ich es".

Es ist unvorstellbar, wie es in dem Ort aussieht. Die Infrastruktur wurde komplett zerstört. Es gibt keinen Strom und kein Wasser mehr. Den ganzen Tag sind Leute damit beschäftigt Trinkwasser aufzubereiten, die Kanäle zu spülen (was noch übrig ist) und die Berge an Müll wegzuschaffen. Der beißende Geruch von Heizöl und der Staub machen das Arbeiten nicht leichter.

Das Wichtigste was diese Menschen brauchen ist unsere Hilfe, jetzt, in ein paar Wochen und in ein paar Monaten/Jahren, wenn nichts mehr in den Medien gezeigt wird.

Danke an die Helfer, Organisatoren und die Sponsoren, die diese Fahrt möglich gemacht haben!

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